Fachzeitschriften

Ich habe mit Computern früh angefangen – 1976 hatte ich meinen ersten 12-Bit Mikroprozessor in einem Einplatinencomputerchen. Etwa gleichzeitig hatte ich auch meine ersten Computerzeitschriften gekauft: „Byte“.

Byte

Eine geniale amerikanische Zeitschrift, die von Grundlagen der Mikroprozessortechnik, Software, Programmiersprachen (u.a. Basic 😉 ), über Hardware bis zu Selbstbauprojekten alles bot, was ich mir nur wünschen konnte. Bald schon leistete ich mir das Abo, um nur ja keine Nummer zu verpassen: im Darmstädter Uni-Buchladen kamen die Nummern nur ziemlich unregelmäßig an…
Etwa gleichzeitig las ich die deutsche „Elektronik“ und die amerikanische „Electronics“ in der Uni-Bibliothek, aber beide gaben nicht soviel her fürs Computing, eben eher Elektronik-Zeitschriften, was ja auch zuerst mein Hauptinteresse war. Als Abo hatte ich noch die reine Bastelzeitschrift „Elektor“.
Ungefähr zur Jahrtausendwende gab zu meinem Entsetzen Byte auf: es gibt zwar noch die Website, die aber zu den wenigen Internetangeboten gehört, die nur gegen Bezahlung Infos hergeben. Uninteressant, leider.

c’t

Seit 1997 etwa habe ich die „c’t“, die mir zuerst wie eine deutsche Ausgabe von Byte vorkam, oft waren auch einfach übersetzte Byte-Artikel drin, und der Themenmix war sehr ähnlich. Inzwischen ist die c’t eine extrem gute, international renommierte Zeitschrift, und das obwohl sie in Deutsch geschrieben ist: immer wieder wird sie auch in amerik. Medien (sogar Blogs) zitiert. Die Qualität der Artikel ist auf einsamem Niveau. Trotzdem, was für mich das entscheidende Plus ist, das Tüpfelchen auf dem i: die (fast) in jedem Heft enthaltene SF-Kurzgeschichte, meist passend zum aktuellen Hauptthema (ausufernde Werbung, RFID-Missbrauch, email-Spam, Robotik usw.). Auch das Editorial, meist in Form einer beißenden (und treffenden) Satire, und die Karikatur sind jedes Mal ein Highlight. Die Linux-Artikel sind oft sogar tiefgehender als die der Linux-Zeitschriften – dafür natürlich nicht so zahlreich, der Schwerpunkt bei den betriebssystemspezifischen Themen liegt natürlich bei Windows, aber Mac und Linux kommen keinesfalls zu kurz.

Linux-Magazin und Linux User

Dann habe ich noch zwei Linux-Zeitschriften abonniert, das Linux-Magazin und den Linux-User. Ersteres ist mehr für Administratoren und Leute, die sich schon gut auskennen, zweitere ein Ableger davon aus dem selben Verlag, der eher den Linux-benutzenden Anwender anspricht – ich lese beide gerne. (Inzwischen hat der Verlag noch eine weitere Zeitschrift für blutige Linux-Anfänger herausgebracht – ob das immer so weiter geht?) Der Hauptgrund, dass ich mir auch das Linux User Abo geleistet habe, war die monatlich beiliegende CDROM, die oft eine ganze Linux-Distribution enthielt. Heute habe ich 4GB monatl. Downloadvolumen, da ist das nicht mehr so wichtig. Doch die redaktionelle Aufbereitung der Themen bringt schon viel, zwar gibt es alles auch im Internet zu lesen, aber so ist es bequemer.
Auch wenn die Artikel der beiden Linux-Zeitschriften manches Mal nicht so tief gehen wie sie sollten, die eine oder andere Frage offen lassen, sind sie doch immer interessant, und natürlich drängt sich bei Mängeln der Gedanke auf wie immer bei Linux, wenn es nicht gut ist dann mach es doch besser, aber so weit bin ich noch nicht, dass ich selber ganze Artikel schreiben könnte. Ein Vorteil der Linux-Zeitschriften ist die größere Herzlichkeit, das persönliche Element, das menschliche zwischen den technischen und politischen Themen. Die große und perfekte c’t ist doch insgesamt ziemlich nüchtern.

MacUp

Und dann gibt es da noch die MacUp, die ich zwar nicht selber habe, aber meine Schwester hat sie im Abo und ich bekomme die Hefte dann später, wenn sie sie nicht mehr braucht. Das ist wieder eine ganz andere Welt. Nicht wirklich technisch, auch wenn das die Redaktion vielleicht nicht gerne hören würde… Am meisten hat mir die Artikelserie über die Besonderheiten von OS X gebracht, denn es war aus der Perspektive des Umsteigers von OS8/9 geschrieben, also aus meiner Sicht, sehr angenehm. Leider habe ich mir vieles nicht gemerkt, bin dann später irgendwann mal draufgekommen, dass ich dies und jenes ja früber mal gelesen und wieder vergessen habe… Auch das Photoshop-Workshop bringt viel, selbst wenn man statt Photoshop lieber The GIMP oder Photoshop Elements verwendet. – Die ganze Aufmachung der Zeitschrift ist so, wie es dem Mac entspricht: anspruchsvoll gestaltet, ziemlich gut denke ich. Der technische Inhalt, besonders wenn es um Rechnerarchitektur und Hardware geht, kann aber mit der c’t nicht mit… ist auch nicht nötig. Dafür gibt’s ja eh die c’t…
Fazit: möchte keine der vier missen (c’t, Linux-Magazin, Linux User, MacUp) – aber manches Mal stöhne ich auch, weil ich mit dem Lesen kaum hinterher komme…

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