Jetzt pfeift das Brettl wieder…

… besser denn je.
Nachdem Apple die 17″-Notebook-Linie anscheinend nicht mehr weiterentwickeln will, habe ich mir gedacht, mein 17er von Mitte 2009 ist zwar noch lange nicht zu alt, aber das ewige Starren auf den „spinning beach ball“, wenn mal wieder was von der langsamen Festplatte reingepaget werden muss, weil zuviele Programme offen waren, das geht mir doch langsam echt auf den Keks. Richtig stören tut mich das erst, seit dem ich das MacBook Air habe, wo das kaum je vorkommt, obwohl es auch „nur“ 4GB RAM hat: aber es hat eben keine Festplatte, sondern eine schnelle SSD, das bringt sehr viel.
Einerseits weniger warten auf den spinning beach ball, andererseits ein weniger krasses Missverhältnis zwischen Prozessorgeschwindigkeit und Massenspeicher.
Also hab ich mir letzten Freitag zu Mittag vom Händler meines Vertrauens (McShark Linz) die Festplatte (500 GB) gegen eine SSD (512 GB) austauschen lassen, und wo wir schon dabei waren, auch gleich den Hauptspeicher von 4 auf 8 GB erweitern lassen. Nach einer Viertelstunde habe ich stolz wie Oskar mein aufgepepptes Aluminiumbrett heimgetragen. Natürlich, die SSD war so leer wie jede Whisky-Flasche bald mal wird. Nix drin. Gar nix.
Zuhause hab ich wie vom Händler empfohlen Befehl-R beim Neustart gemacht, kein Rettungssystem meldete sich. Na ja, eh klar, war ja auch keins drauf. Also noch ein Neustart, mit Befehl-Wahl-R. Nun hätte sich der Mac das Rettungssystem erst mal vom Internet holen sollen. Das tat er aber nicht.
Nochmal angerufen, x Varianten ausprobiert, egal, es ging nicht.
Dann eben mit DVD. Snow Leopard, OS X 10.6.
Vom Startbildschirm der DVD gleich die TimeMachine aufgerufen, aber oh weh, die Verbindung kam nicht zustande.
Also Snow Leopard installiert, dann online-Updates aufgespielt bis App Store und Rettungssystem da waren.
Und wieder probiert, und wieder verweigerte die Time Capsule die Verbindung. Also weiterinstalliert:
Nun den Lion über den Snow Leopard drüber. Jetzt also 10.7, und immer noch nix mit Time Machine.
Alle Lion Updates, dann Mountain Lion geladen und installiert, und noch das Update von 10.8 auf 10.8.1, letzteres wahrscheinlich überflüssig, aber das ging ja schnell.
Und wieder, Neustart mit Befehl-R, und ja, da war das Rettungssystem vom Mountain Lion. Erleichterung, denn:
Jetzt ließ sich endlich die Time Capsule verbinden, und nun konnte ich das letzte Backup aussuchen und einspielen.
Dabei wurde natürlich die vielstündige Installationsarbeit dieses Freitags in wenigen Sekunden komplett wieder zerstört.
Alles umsonst gewesen, bzw nur dafür gut, um an die Sicherung heranzukommen. Das hätte Apple wirklich gescheiter lösen können. Aber ich vermute, die wollen das gar nicht besser haben. Man soll ja immer das Neueste kaufen. Und man soll nicht Lion oder gar Mountain Lion installieren können, von einem Backup, wenn man nicht vorher im App Store mit seiner Apple-ID eingeloggt war!

Leider, nach ein paar Minuten brach das Rücksichern von der Time Capsule ab: Fehler!
Scheiße, dachte ich, jetzt ist alles aus. Nochmal stehe ich diese ganze Prozedur nicht durch.
Aber, als ich nochmal Neustart mit Befehl-R probierte, und diesmal ein fünf Stunden älteres Backup auswählte, lief es glatt durch, wenn auch schneckenlangsam (etwa 18 Stunden für 303 GB).
Am Ende hatte ich ein superschnelles 17″ MacBook Pro, alle meine Software, alle meine Konfigurationen, alle meine Daten, alles wie es vorher gewesen war, und wie es sein sollte. Super. Aber ich war ziemlich fertig.

Nachbemerkung: Was nicht mehr da war, waren die Bildchen der anderen User-Accounts. Sehr seltsam, warum gerade die fehlten. Und erst heute habe ich bemerkt, dass ich meine virtuellen Linux-Maschinen eingebüßt habe, klar, die habe ich ja bei der Sicherung absichtlich ausgenommen, also waren sie nicht dabei bei der Rücksicherung. Selbst Schuld und auch kein großes Problem, die wichtigeren habe ich auf dem MacBook Air.

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