Spannungsgeladene Verhältnisse

Nachdem Ende April endlich Ubuntu 12.04 erschienen war, habe ich mich mal wieder intensiver mit den großen Linux-Distributionen befasst.
Meine erste Distri überhaupt wäre damals diese seltsame Variante von Corel gewesen, die man in einer normalen Windows-Datei installieren und starten konnte. Damals in Windows 95… Lang ist’s her. Richtig funktioniert hat es nie.
1999 hab ich mir einen eigenen PC für Linux geleistet, mit Pentium III und SuSE 7.0. Auf diesem Rechner habe ich auch Mandriva und viele andere Distris ausprobiert, für die Arbeit bin ich aber bei SuSE geblieben.
Auf meinem Pentium4-Notebook von 2002 habe ich dann mit Debian begonnen, eigentlich mit guten Gefühlen, aber objektiv gesehen gab es viel Probleme einerseits mit zu neuer Hardware (WLAN) und andererseits mit nach Updates nicht mehr funktionierender X11-Oberfläche.
Aber auch SuSE lief ganz gut auf dem Notebook.

Später kamen die Mac OS X Rechner, und als die auf Intel umgestiegen waren, auch mit der Möglichkeit, Linux in virtuellen Maschinen zu fahren. Davon mache seither ausgiebig Gebrauch.
In den letzten Jahren habe ich immer die aktuellen Versionen von Ubuntu und openSUSE (unter VirtualBox) installiert, und ab und zu probiere ich auch was anderes aus.

So habe ich im Februar 2011 mal wieder Debian installiert, in Version 6.0.
Vor 2 Tagen hab ich das mal wieder gestartet und sich selbst aktualisieren lassen. Ach ja.
Allein schon die Tatsache, dass diese eineinhalb Jahre alte Distri immer noch die aktuelle ist… *seufz*
Immer noch ziemlich mixed-feelings zu dieser ehrwürdigen Distribution Debian, deren stabiler Zweig den einen schweren Makel hat: uralt. Es ist einfach immer uralt. Mindestens 12 Monate, oder auch viel mehr, hinter der aktuellen Entwicklung. Damit kann ich mich nicht wirklich anfreunden, wenn ich auch die Vorteile von Stabilität und (echter) Freiheit durchaus einsehe.

Und dann Fedora. Mit Fedora habe ich bisher immer Pech gehabt. In den USA die verbreitetste Distribution, und in Firmen die als zuverlässigste bekannte, hat bei mir immer schwerste Probleme gemacht. Probleme, die ich nicht lösen konnte.
Zuletzt Fedora 16 war die erste Version, die bei mir gelaufen ist, wenn auch nur mit Tipps aus Foren und ohne 3D-Graphik.
Und nun Fedora 17: wieder ein Reinfall. Nach der schön durchgelaufenen Installation neu booten und Blobb!!!!
nach dem Anmelden nur noch das Hintergrundbild auf dem Schirm, kein Menü, kein Icon, kein garnix. Kein Mausklick bewirkt irgendwas. Keine Tastendruck, einfach tot.
Dann 3D-Unterstützung in VirtualBox ausgeschaltet, und Fedora 17 startet durch. Toll. Toll? Na ja. Schön ist was anderes, vor allem der Font sieht grauenhaft aus, aber bitte. Immerhin läuft es.
Aber dann, ich muss die VirtualBox Gasterweiterungen installieren. Das sind im Wesentlichen Kernel-Module. Leider fehlt die Toolkette für Kernelmodul-Compilierung im installierten Image. Nach stundenlangem Suchen und Nachinstallieren hab ich es endlich, und die Gasterweiterungen sind installierbar. Endlich den ganzen Bildschirm nutzen können. Ach.
Muss das so kompliziert sein?

Ubuntu mag politische Nachteile haben, aber einen Vorteil hat es: Es läuft wie von selbst. Und das vielgeschmähte Unity finde ich in der aktuellen Version ziemlich genial. Und sehr stylisch, wenn auch stellenweise etwas spartanisch à la Apple.

In openSUSE hab ich auch suchen müssen, bis alles ging, aber erstens kenne ich mich in openSUSE eben schon aus, und zweitens: mit den 3D-Effekten sieht es toll aus und alles funktioniert bestens, dazu sehr schnell. Ein wirklich effizientes System, in dem man auch auf einem großen Bildschirm nicht das aktive Fenster suchen muss, weil es einem ins Auge springt…

Mit Fedora aber, da stimmt der Look nicht, da stimmt das Tempo nicht, und richtig auskennen tu ich mich auch nicht… das wird nix, mit Fedora und mir. Schade.

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