Modelleisenbahn

So irgendwann in den frühen Neunzigern, denke ich, war das, wie wir uns die Märklin Control Unit 6021 samt Computer-Interface 6051 gekauft hatten und dann H0 und auf Umwegen auch Spur Z digital gesteuert haben.
Computer-seitig mit Macintosh SE und bald mit PowerBook Duo 230, softwareseitig mit HyperCard, angeschlossen über die serielle Schnittstelle.
Der letzte Mac mit serieller Schnittstelle hat bei uns vor etlichen Jahren aufgegeben, und auf den neuen geht HyperCard nicht. Dazu sieht es so aus, als sei das Interface 6051 kaputt.
Aus diesen finsteren Zuständen sollte das neue Digitalsystem von Märklin, die Central Station 2 (kurz: CS2), heraushelfen, die wir jetzt seit ein paar Jahren haben. Ganz nett, mit Touchscreen, die wichtigsten Funktionen auch über fühlbare Hardwaretasten zu steuern, gut gemacht. Nur, was das alte Combo aus 6021 und Mac und HyperCard an automatischen Steuerungsfinessen bot, das kann die sündteure CS2 keineswegs. Die einzige eingebaute Automatikfunktion ist eine Pendelzugsteuerung, die aber so schlecht programmiert ist, dass sie mit Reed-Kontaktgebern nicht funktioniert. (Und die Kontaktgleislösung ist für Spur 1 nicht möglich. Man fragt sich, was die Software-Entwickler bei Märklin im Kopf haben. Nur H0, und da nur Mittelleiter-H0. Aber dick DCC-kompatibel draufschreiben!)
Aber.
Die CS2 hat ein absolut geniales Feature: Ihre Teile sind untereinander, auch über mehrere Geräte hinweg, per CAN-Bus verbunden, und dieser wird auch über Ethernet weitergegeben. Und, das Protokoll ist veröffentlicht. (Wenn auch weder vollständig noch fehlerfrei.)
Somit kann man also über Ethernet einen Computer anhängen und eigene Programme schreiben, die das können, was die CS2 allein nicht kann.
Und wenn man die CS2 ins WLAN hängt, dann geht das alles drahtlos.
Jetzt hab ich schon eine kleine App für mein Linux-Handy N900, die den Zustand der s88-Rückmeldekontakte life anzeigt, die die vorprogrammierte Funktion eines s88-Sensors per Fingertip abruft, und dafür sorgt, dass diese Funktion auch automatisch ausgelöst wird. Das geht über das Fahrstraßen-Feature der CS2 weit hinaus, denn hier können Geschwindigkeitsanpassungen im Bahnhofsbereich realisiert werden, an verschiedenen Punkten der Strecke die passenden Soundfunktionen ausgelöst werden, und, was mir das Wichtigste ist, ich kann zwei Züge abwechselnd fahren lassen, auf der Gartenanlage, einen so herum, den andern andersherum, ohne irgendwelchen Stromabschaltgleise oder Schienenunterbrechungen oder ähnlichen Mist aus der Steinzeit.
Alles nur mit den Reedkontakten gesteuert. Perfekt.
Und nur wenn die Dampflok ihre Runde fährt, dampft sie auch wirklich. Vor der Brücke hupt die Diesellok, im Bahnhofsbereich wird langsamer gefahren, so schön.
Das Python-Programm läuft wahlweise auf Mac oder Handy oder sonst irgendeinem Computer, der Python kann, also praktisch jedem.

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