Backups

Ein leidiges Thema für alle Computer-Benutzer.
Seit ich eine externe Festplatte habe, eine Maxtor Firewire, habe ich mich auf das mitgelieferte Retrospect Express verlassen, um Backups von meinen wichtigen Daten auf dem PowerBook zu machen. Sozusagen wider besseres Wissen.
Seit mehr als 25 Jahren habe ich mit Computern zu tun, und dabei die verschiedensten Backup-Tools (Software und Hardware) kennengelernt. Resümme: Kurz gesagt, alles Mist.
Die meisten Verfahren waren umständlich, nur mit ausführlichem Handbuchstudium zu meistern, manche einfach zu teuer, und so weiter. Alle zusammen aber hatten einen Nachteil, der unentschuldbar ist: wenn man das Backup dann wirklich gebraucht hat, hat es nicht funktioniert.
Das gilt für die (immerhin weitgehend automatisch ablaufenden, aber sündteuren) Band-Backups damals in den achtziger Jahren auf der Uni, für die Retrospect-Sicherungen auf DAT-Bänder am damals top-aktuellen Macintosh Quadra (Anfang neunziger Jahre), für die diversen Backup-Tools in DOS und Windows, auf Disketten, Bänder, ZIP-Laufwerke, die ich bei Bekannten und Verwandten kennen und hassen gelernt habe.
Eine Sicherung, die spezielle Software oder bestimmte exotische Geräte (Streamer etc.) braucht, ist für den Ernstfall nichts wert, also für die Fisch‘ (Kärntner Ausdruck).
Nur ein Beispiel: Retrospect z.B. hat nie einen fehlerfreien Sicherungslauf geschafft, weil sich bestimmte Dateien halt ständig ändern, und diese dann immer als vermeintlichen „Fehler“ gemeldet. Wer sich nicht auskennt, glaubt dann die Sicherung wäre fehlgeschlagen, eine naheliegende Annahme bei mehr als 20 kryptisch angezeigten Fehlermeldungen. In Wirklichkeit wäre die Sicherung durchaus brauchbar gewesen – wenn die richtigen Backup-Methoden dann auch zur Verfügung stehen würden… was aus verschiedenen Gründen dann meist nicht der Fall ist, wenn man es bräuchte.
Ich rate jedem, unbedingt und oft Sicherungen anzufertigen.
Ich rate jedem, unbedingt auf die normalen System-Features zurückzugreifen und auf normale Medien.

Was heißt normale Medien?

Im Lauf der Jahrzehnte ändert sich das, aber langsam. Heute sind erste Wahl für Backups: DVDROMs, CDROMs, und externe Festplatten. Letztere aber nur, wenn sie konsequent nur zum Sichern verwendet werden und die ganze übrige Zeit abgesteckt, vom Netz getrennt und sicher aufbewahrt werden. (Auch die CDs müssen sorgfältig beschriftet und gut aufgehoben werden, sonst war die Arbeit umsonst.)

Wie komme ich auf das Thema?

Ist natürlich immer wichtig. Aber der konkrete Anlass ist, meine Retrospect Express Software geht nicht mit Mac OS 10.4 alias Tiger. Also: meine ganzen 200GB Backup-Datensätze sind für die Fisch. Denn, der Finder kann das Zeug nicht lesen. Und der Hersteller der Software sieht sich nicht verpflichtet, mir ein funktionierendes Update kostenlos anzubieten, da mein Retrospect ja gebundelt war – mit der Festplatte von Maxtor. Und Maxtor ist das auch egal, was mit meinem Retrospect ist. Also steh ich damit im Regen.
Also nochmal: nie mit speziellen Tools arbeiten bei wichtigen Backups. (Und unwichtige Backups kann man gleich lassen. Da gibt es angenehmere Beschäftigungen.)

Was heißt das? Backup-Micro-Howto

Mac OS X

  • Regelmäßig das Home-Verzeichnis auf CDROM oder DVDROM brennen. Dazu muss man es intelligent aufteilen, was lästig ist, aber es zahlt sich im Falle eines Falles aus: alle Dateien sind zugreifbar, ohne besondere Software, und so kann man stückweise das hereinholen auf das neue oder reparierte System, was man braucht. Alternativ kann man das Programm „Festplattendienstprogramm“ verwenden, um ein Image vom (oder Teilen vom) Homeverzeichnis zu erstellen und zu brennen, was den Vorteil hat, dass dieses Programm alles mitnimmt, auch offene Dateien. Trotzdem beendet man sicherheitshalber jedes Programm vor jeder Sicherung.
  • In größeren Abständen auch die globale Library sichern. (Als Admin-User).
  • Wer X11-Programme verwendet, muss auch darauf achten, die „unsichtbaren“ Dateien und Directories zu sichern, sowie die diversen „etc“-Verzeichnisse, da viele Unix-Programme ihre Einstellungen und Daten in solchen Plätzen speichern, und vom Finder nicht mitselektiert werden können. Am besten geht das mit dem tar-Kommando im Terminal.

Windows

  • Hier kenne ich mich weniger aus, aber für den Hausgebrauch sollte es reichen, regelmäßig das „Eigene Dateien“-Verzeichnis zu sichern, oder die wesentlichen Teile davon. Einfach in Nero ziehen, dann alles aus dem Projektfenster herauslöschen, was man schon woanders drauf hat, und brennen.

Linux

  • Regelmäßig und häufig das Home-Verzeichnis sichern, oder die wesentlichen Teile davon. Es hat sich bewährt, dazu als superuser einzuloggen, von dem user-home-dir dann ein tar-Archiv zu erstellen und zu brennen. Im Notfall kann man dann vom Konqueror in KDE dirckt ins Archiv hineinschauen und die gesuchten Daten herauskopieren.
  • Ob es sich auszahlt, andere Bereiche, wie zB. die zahlreichen „etc“-Verzeichnisse, zu sichern muss jeder selbst wissen. Ich mach es nicht, da sich meine Linux-Installationen so schnell ändern, und der Inhalt der „etc“-Bereiche ja auch veraltet. Ich installiere da lieber neu, und pass dann die Einstellungen der Programme halt neu an, vielleicht lästig, aber auch gut gegen das Vergessen, wie man mit dem Zeug umgeht…

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