Ubuntu 11.04

Hab mir gestern das neue Ubuntu 11.04 auf mein MacBook Pro geladen, unter VirtualBox, das inzwischen bei Version 4.0.6 angekommen ist.
Funktioniert im Prinzip einwandfrei, extrem nervig war nur das schneckenlangsame Nachladen von aktuellen Dateien aus dem Internet während der Installation. Da kamen nur Byte-weise ein paar Megabyte daher, nach einer Stunde habe ich das übersprungen. Dafür gibt es immerhin einen Knopf.
Zuerst startete Ubuntu im Kompatibilitätsmodus, weil ich vergessen hatte, 3D-Beschleunigung einzuschalten in der VM. Nachdem ich das nachgeholt hatte, dann die große Überraschung. Ubuntu kommt ja jetzt mit Unity daher, nicht mehr mit Gnome.
Ob ich da jetzt diverse Dinge verwechsle, die ich in letzter Zeit über Unity und Gnome 3.0 gelesen habe, oder nicht, ich weiß nicht.
Jedenfalls ist Unity super! Man muss sich schon Zeit nehmen, es brauchbar einzurichten, aber schwer ist das nicht. Vor allem muss man die gewünschten Programme in die Startleiste („Starter“) reinschieben, und die nicht benötigten entfernen. Im Großen und Ganzen funktioniert der Starter ganz gleich wie das Dock in Mac OS X: Es nimmt ein paar Icons für Programme als Schnellstartknopf auf, es zeigt die gerade benutzten Programme an, und bietet noch ein paar Sonderfunktionen, wie den berüchtigten Papierkorb. Alles wie beim Mac.
Einige Arbeit sollte man auch in die „Systemeinstellungen“ stecken, um diverse Kleinigkeiten anzupassen. Mich zum Beispiel macht es fertig, wenn ich nach 5 min bereits wieder mein Passwort eingeben soll, um den Bildschirm zu entsperren.
Leider zeigen sich auch schon bald ein paar Kinderkrankheiten, so heißen die Systemeinstellungen teilweise auch Kontrollzentrum, und noch beim Installieren kam eine Fehlermeldung des Paketsystems dpkg, was für neue User bestimmt ziemlich abstoßend ist. Auch die Bildschirmfoto-App produziert nur Mist, nämlich das Default-Hintergrundbild, ohne sonstwas drauf, egal was gerade auf dem Screen zu sehen ist. Seltsam auch, dass Empathy zum Chatten als eigenständiges Programm behandelt wird, während Gwibber zum Twittern in die Oberfläche integriert ist, in dem Sinne, dass man das Programm-Icon nicht im Starter als „laufend“ angezeigt bekommt, und auch nicht selbst hineinziehen kann. Etwas inkonsistent.
Aber solche kleinen Macken verzeiht man einem System, das einen bewährten Unterbau mit einer wirklich neuen Oberfläche versieht, eher gerne.
Viel wird geschimpft über Unity, ich finde das komplett daneben. Erstens kann man sehr viel anpassen, zweitens passt sich Unity sehr wohl perfekt in meinen Riesenbildschirm (1920×1200 Pixel) ein, drittens funktioniert 3D-Desktop mit Unity auch innerhalb einer virtuellen Maschine wunderbar, womit das meiste, was ich an Kritik gelesen habe, widerlegt ist.
Und wenn man wirklichen Fortschritt will, muss man auch bereit sein, mit alten Gewohnheiten aufzuräumen. Ich finde, mit Unity ist ein großer Schritt nach vorne gelungen.
Ubuntu 11.04

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