Festplattencrash – und TimeMachine steht hilflos daneben?

Am Samstag ging morgens die Festplatte eines unserer MacBooks flöten. D.h. kratzen. Eine tiefe Rille grub der Kopf auf die empfindliche Platter-Oberfläche. Totalschaden.
Der Elektronikdistributor hatte noch eine Stunde offen, schnell Ersatztyp herausgesucht, vorbestellt, bezahlt und abgeholt, um 13 Uhr war die neue Platte da und eingebaut.
Und jetzt Time Machine. Vollständiges Zurücksichern von der Sicherung, das soll Time Machine ja können. Dieses MacBook hat seine Sicherungen drahtlos auf eine Time Capsule gespeichert.
Die Leopard-Installations-DVD gebootet, die Time Capsule per Ethernet angesteckt, nach dem Sprachauswahl-Dialog gleich „zurücksichern von Time Machine“ o.s.ä. aus dem Dienstprogramme-Menü ausgewählt. Die mini-TimeMachine findet auch die Time Capsule, fragt nach Volume, Name und Passwort.
Und damit beginnt der traurige Teil. Denn nach Eingabe dieser Dinge passiert einfach nichts mehr. Gar nicht. Stundenlanges Warten hilft auch nicht. Dann legt sich die Time Capsule hörbar schlafen. (Bei versuchsweiser Eingabe eines falschen Passwortes beschwert sich die Software aber sofort.)
Nach stundenlangen Experimenten dann die Erkenntnis, es liegt daran, dass die Daten unter user-accounts auf der Time Capsule liegen. Damit kann die Installations-DVD einfach nicht umgehen! So ein Pfusch.
Das Herauskopieren des Backup-Archivs aus dem geschützten Bereich in den freien Bereich der Time Capsule ließ sich von einem anderen Computer aus erledigen, dauerte aber weitere 8 Stunden, nach der die arme Time Capsule fast abgebrannt war.
Ab da lief dann alles nach Plan: Zurücksichern von der Installations-DVD lief problemlos durch, wenn es auch wiederum stundenlang dauerte. Anschließend war das komplette System im vortätigen Zustand, vollständig und lückenlos, eine gewaltige Leistung immerhin, ich kenne kein inkrementelles Backup-System was das wirklich hinbringt. (Behaupten tun sie es alle, aber wehe, man kommt in die Situation, und ist wirklich auf so was angewiesen! Dann schaut’s böse aus.)
Einzig das Programm Mail wollte die gesamten lokalen emails „importieren“, was aber in wenigen Minuten erledigt war und keine Probleme machte.
Insgesamt hat das ganze Wiederherstellen mit den Irrwegen und Experimenten geschlagene zwei Tage gedauert, aber jetzt ist es wieder gut.
Bleibt zum Schluss die Frage: Warum kann die Rücksicherroutine auf der Leopard-DVD nicht mit Accounts auf dem Fileserver umgehen, der ja auch von Apple stammt? Und wenn sie das schon nicht kann, warum wird man dann nicht gewarnt, oder noch besser angeleitet, wie man mit der Situation umgehen soll? Also Archiv herauskopieren und erst dann rücksichern. Das kleine Loch im großen Plan…

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