Drupal und WordPress

Unsere Blogs sind ja alle WordPress-basiert. Jetzt habe ich mich mal mit Drupal befassen wollen. Dazu brauche ich natürlich eine Testinstallation. MySQL war schnell installiert auf meinem Mac (PowerBook G4), besser gesagt der Befehl war schnell eingetippt (sudo fink install mysql), gerannt ist das dann über Nacht.
Auf der Drupal Website fand ich die Aussage: Es sei ein Gerücht, dass Drupal schwer zu lernen sei, dass man da Monate für brauche. Ja, schon nach zwei bis drei Wochen könne das System online gehen… Tja, das fand ich ziemlich abschreckend. Aber dann habe ich mir die Dokumentation zur Installation angesehen und bemerkt, das ist nicht so schlimm.
Die Grundinstallation von Drupal ist ein wenig umständlicher als bei WordPress, aber auch in 15 min zu schaffen. Nur dass es bei mir nicht funktioniert hat. Drupals Installationsskript brach immer mit dem Fehler ab, es könne seine Sockdatei /var/mysql/mysql.sock nicht anlegen:
„Failure to connect to your MySQL database server. MySQL reports the following message: Can’t connect to local MySQL server through socket ‚/var/mysql/mysql.sock‘ (2).“
Mit dem alten Trick, diese Fehlermeldung einfach in Google einzugeben, bekam ich den Tipp, das Verzeichnis und die Datei selber anzulegen und schreibbar zu schalten.
Danach bekam ich dieselbe Fehlermeldung, nur statt (2) hinten eine (38), keine Ahnung was das bedeutet.
Aber ich kam dahinter, dass auf OS X mysql standardmäßig seinen Sock in /tmp/ ablegt, also ganz woanders. Und dem mysql-Server kann man beim Start per Parameter mitgeben, wo der Sock liegen soll:
sudo /sw/bin/mysqld_safe --socket /var/mysql/mysql.sock
Um dieses Problem zu lösen, habe ich ein paar Stunden gebraucht. Aber dann ging es einwandfrei.
(Natürlich, wenn man genaue Vorstellungen hat von den ganzen Design-Details, und das alles genau so umsetzen will, dann wird es schon wahr sein, dass man dann Wochen bis Monate braucht um da hin zu kommen. So in diesem Sinne verstehe ich die oben angegebene Bemerkung auf der Drupal-Site.)
Jetzt habe ich Drupal laufen, ein paar Einträge (Stories) eingegeben und ein paar Seiten (Pages) und dann noch mühsam herausgefunden, wie man die Pages dann zugänglich macht: alles per Hand. Da ist WordPress schon sehr bequem dagegen.
Andererseits die Vielseitigkeit und die Feinkörnigkeit bei allen Einstellungen, da ist Drupal dem simpleren WordPress weit überlegen.
Dabei ist der Vergleich nicht ganz fair, die Programme spielen ja in ganz verschiedenen Klassen.
Wordpress ist zum Bloggen, für einen Blog. Mehrere User können im selben Blog schreiben und verschiedene Rollen spielen und verschiedene Rechte haben, in vorgefertigten Abstufungen.
Drupal dagegen ist für große Sites geeignet, mit vielen Blogs ganz verschiedener User oder Usergruppen, aber auch für sehr flexiblen statischen Inhalt und für eingebettete Diskussionsforen. Ein großes System für große Server. Um so netter, dass der Kern von Drupal so klein und genügsam ist wie der von WordPress. Interessant, dieses System.

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