Computerprobleme im Auto

Ach ja die neuen Autos… In der ÖAMTC-Clubzeitschrift war gerade ein Artikel über die haarsträubenden Geschichten, die man mit spinnender Elektronik bzw. spinnenden Computern in heutigen Autos erleben kann, quer durch *alle* Marken.
Wir haben seit letztem Dienstag einen Peugeot 807. Da soll es laut dem Artikel vorkommen, dass unter einer Hochspannungsleitung der Tempomat schneller wird oder dass die Wischerautomatik das Gegenteil von dem macht, was gerade sinnvoll wäre…
Bei unserem schien soweit alles in Ordnung zu sein, auch Tempomat und Wischerautomatik.
Allerdings hatte ich das Europa-Paket zum Navigationssystem dazubestellt. Und dann bemerkt, dass dessen Kartenmaterial eine neuere Version ist als das mitgelieferte (2005/2006 gegenüber 2004/2005).
Also am vierten Tag die neuere Österreich-CD eingelegt. Aber die wurde vom System nicht erkannt: „Keine NavigationsCD eingelegt!“ war die Meldung bei jedem der fünf Versuche.
Na gut, es waren noch zwei (!!) Software-CDs dabei bei dem Europapaket. Versionsnummern 5.5D und 6.6D.
Die Version der Navi-Software, die dem Auto beilag, war allerdings „380“.
In der Selbstlernkurs-CD war mal von Version 6.6 die Rede.
Also legte ich die 6.6D ein. Dachte mir, entweder es geht oder das System sagt sowas wie „falsche Version“.
Dann hätte ich die 5.5D probiert.
Nur – das System zeigte nur noch einen blauen Bildschirm mit Peugeot-Logo. Und die lapidare Message „READY“. Sonst nichts.
Ich habe alles versucht. Ausschalten, einschalten. CD auswerfen. Zündung ein und aus. Alles für die Würscht…
Beim Service dann kam es ans Licht: Diese CD hätte ich auf keinen Fall einlegen dürfen. Jetzt ist das BIOS des Navi-Systems gebügelt, und die Werkstatt kann es nicht mal reparieren. Da muss das ganze Gerät ausgetauscht werden. Super!
Nun ist nicht nur das Navigationsgerät nicht funktionsfähig, bis der Ersatz kommt. Auch viele andere Funktionen des Autos gehen dann nicht mehr: Radio. Telefon. Bordcomputer. Lesbare Fehler- und Warnmeldungen. Alles weg.
So hatte ich mir das wirklich nicht gedacht… und warum die Originalsoftware die Karten-CD nicht lesen konnte, kann mir auch keiner sagen.
Man stelle sich vor, eine Softwarefirma verkaufte Software an Windows- (oder Linux-, oder Mac-) User, die eine CD enthält, die das Bios des Computers zerstören kann – ich glaube, diese Firma würde es nicht mehr lange geben!
Ach ja, eins noch: dem Europa-Paket liegen drei gedruckte Zettel bzw. Heftchen bei, aber keines davon enthält eine Gebrauchsanweisung, was mit den Software-CDs getan werden soll, bzw. eine Warnung wie z.B. „keinesfalls Software-CD in dafür ungeeignete Autoradios einlegen, Zerstörungsgefahr!

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