Wasserpfeifentabak

muss ordentlich feucht sein, besser gesagt schon fast tropfnass.
Wer original ägyptischen Tabak kennt, weiß, was ich meine.
Leider gibt es in Deutschland ein ärgerliches bürokratisches Problem mit Wasserpfeifentabak:
Im Gesetz ist er nicht wirklich vorgesehen, bzw. wird mit Pfeifentabak gleichgesetzt, lächerlich, aber so ist das eben wenn Gesetze von Leuten gemacht werden, die keine Ahnung haben. (Siehe auch die vielen idiotischen Gesetze zum Thema Internet.)
Daher muss offiziell nach Deutschland eingeführter oder in Deutschland hergestellter Tabak auf höchstens 5% Feuchtigkeit gebracht werden, während er eigentlich mindestens 20% Feuchtigkeit enthalten müsste, um brauchbar zu sein.

Das ist aber kein Grund zum Verzweifeln.
Im Gegenteil hat es den Vorteil, dass der gewichtsabhängige Tabaksteueranteil niedriger ausfällt.

(Man kann das ruhig so interpretieren, dass der Staat selber Steuern hinterzieht bzw. sich selbst bescheißt…)
Die notwendige Feuchtigkeit gibt man dann einfach selber dazu.
Nach dem Studium etlicher Shisha-Foren-Beiträge und vieler eigener Experimente (ich lebe in Österreich, wo wir häufig auch nur für Deutschland hergestellte Tabake bekommen, zum Glück nicht ausschließlich…) mach ich das auf die folgende Weise:

1. Glas

Den „staubtrockenen“ Tabak aus der Packung in ein sauberes kleines gut schließendes Glas geben. Am liebsten sind mir die Darbo-Marmelade-Gläser, gut ausgewaschen und Etiketten abgelöst. Die Tabakschachtel kann man zerschneiden und als Etikett verwenden, das schaut stimmig aus.

2. Melasse

Melasse gibt es im Reformhaus.
Ich nehme einen Teelöffel davon, in eine kleine flache Schale. Dazu etwas Wasser (wenig! lieber erst mal zu wenig, evtl. nachher mehr). Dann mit Geduld rühren. Das dauert, bis die Melasse das Wasser annimmt und dünnflüssiger geworden ist. Wässrig soll es auch nicht werden, dann war es zuviel Wasser.
Diese Sauce gebe ich dann langsam per Löffel in das Glas. Immer wieder warten, bis die Melasse herunterläuft. Das Glas schräg halten und drehen drehen drehen. Dann durchmischt sich die Masse gleichmäßig.
Wieviel Melasse hineingeben?
Gute Frage, ich messe das nicht, sondern mach weiter, langsam bis ich denke, es sieht richtig aus, feucht bis nass eben. Zuviel soll angeblich schlecht sein, ist mir noch nicht passiert, aber ich bin auch ein geduldiger Mensch…

3. Glycerin

Viele Leute tun sich das mit der Melasse nicht an, nehmen nur Glycerin zum Anfeuchten des Tabaks. Ich finde das nicht gut:

  • erstens ist Glycerin nicht gesund, besonders nicht wenn es heiß wird, und
  • zweitens, Wasserpfeifentabak heißt Molasses auf arabisch, also Melasse-Tabak, nicht Glycerin-Tabak… Melasse ist nun mal der Hauptbestandteil von Wasserpfeifentabak, neben dem Tabak selber.

Trotzdem gebe ich auch etwas Glycerin dazu, es raucht einfach sch̦ner. Aber nicht die manchmal genannten 20%, so vielleicht 5 Р10%.

4. Warten und Drehen

Anschließend sollte das Glas noch ein paar Tage stehen bleiben, dabei immer wieder mal gekippt halten und langsam drehen, drehen, drehen. Umso sorgfältiger man das macht umso besser schmeckt das ganze nachher… Gute Beschäftigung beim Video-Schauen…

5. Problembehebung

  • Wenn die Masse beim Drehen nicht locker-klebrig im Glas immer nach unten kippt wie die Wäsche in der Waschmaschine, dann ist noch zu wenig Melasse (und Glyc) drin und es heißt von vorne anfangen…
  • Der Tabak im Glas sieht nach drei Tagen gelungen aus, riecht auch gut, aber dann ist die Rauchentwicklung doch enttäuschend schwach, trotz gutem Geschmack?
    Dann hilft es, beim Stopfen einfach noch ein paar Tröpfchen (mit Pipette) Glycerin dazuzugeben. Wer die Geduld dazu hat gibt etwas mehr Glyz ins Glas, rührt oder dreht und wartet nochmal ein oder zwei Tage…

rm53

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